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  Previous issue (2016. Vol. 14, no. 1)

Tätigkeitstheorie: E-Journal for Activity Theoretical Research in Germany

Publisher: Georg Rückriem & Hartmut Giest

ISSN: 2191-6667

Published since 2010 till 2019

Published quarterly

Free of fees
Open Access Journal

 

Gedanken zur Digitalisierung des Mathematikunterrichts aus der Sicht des Werkzeugbegriffs 284

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Weiss Y.
Head of Research Group "Mathematics Education", Depart-ment of Mathematics, Johannes Guten-berg-university Mainz

Abstract
Der Einsatz digitaler Werkzeuge scheint für den Mathematikunterricht besonders naheliegend, da Algorithmen sowohl in der Mathematik eine große Bedeutung haben als auch für digitale Techniken grundlegend sind. Gleichwohl zeigen Jahrzehnte andauernde Bemühungen, den Computer mathematisches Verständnis fördernd einzusetzen, dass dies vor allem dann gelingt, wenn schon ein konzeptuelles Verständnis der weiterzuentwickelnden Begriffe vor-handen ist. Anhand einiger Beispiele zeigen wir, dass algorithmische Herangehensweisen an Lernprozesse nicht die Folge der Einführung digitaler Werkzeuge sind. Die Reduktion der Besonderheiten des Lernens auf mechanistische, maschinenlesbare Prozesse finden wir bereits im programmierten Unterricht und verstärkt in seiner modernen Umsetzung in Form von E-Learning. In diesem Zusammenhang gehen wir kurz auf die gegenwärtige unreflektierte For-cierung technischer Entwicklungen digitaler Werkzeuge als lernförderliche Maßnahmen ein.

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Wer sich dem Thema der Verwendung digitaler Medien im Unterricht nähert, ist mit einer schwer zu überschauenden Zahl theoretischer Konzepte sowie Bedienungsanleitungen und technischen Beschreibungen zum schulpraktischen Ge-brauch digitaler Werkzeuge konfrontiert. Diese oft unreflektierten Empfehlungen des Einsatzes digitaler Medien folgen dem Grundsatz, den Einsatz von Computern im Unterricht grundsätzlich als Bereicherung zu sehen.

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